MMR-Impfung: wann sinnvoll?

Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung schützt Ihr Kind vor drei hochansteckenden Krankheiten. Wie sieht der MMR-Impfplan aus? Und welche Reaktionen können nach der MMR-Impfung bei Babys, Kindern und Erwachsenen auftreten? Erfahren Sie alles über die MMR-Impfung.

28.02.2025 Daniela Schori 4 Minuten

MMR-Impfung – was ist das?

Die MMR-Impfung schützt vor Masern, Mumps und Röteln – drei hochansteckende Kinderkrankheiten. Ursache dieser Erkrankungen sind verschiedene Viren. Diese verteilen sich vor allem beim Niesen, Sprechen und Husten in der Luft und übertragen sich so von Person zu Person. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung hängt von der MMR-Impfquote ab: Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger breiten sich die Viren aus. 

Für die Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln gibt es keine ursächliche Behandlung. Die Krankheiten können zudem schwer verlaufen und zu Komplikationen führen, etwa in der Schwangerschaft – aber nicht nur dann. Umso ratsamer ist es, Ihr Kind dagegen zu impfen.

Seit Januar 2023 gibt es neben der MMR-Impfung auch die MMRV-Impfung (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Impfung). Sie schützt zusätzlich vor Windpocken.

MMR-Impfung Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind abgeschwächte Virusstämme der Krankheitserreger. Aus diesem Grund bezeichnen Fachpersonen den MMR-Impfstoff als Lebendimpfstoff. Bei Lebendimpfstoffen bildet der Körper als Reaktion Antikörper. Diese sorgen für eine Immunisierung. Die MMR-Impfung wie auch die MMRV-Impfung ist frei von Aluminium und Quecksilber. Der Impfstoff gilt als sehr wirksam und sicher.

MMR-Impfung: wann und wie oft impfen?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt in seinem MMR-Impfplan die MMR-Impfung bei Babys im Alter von 9 Monaten und die zweite Dosis mit 12 Monaten. Unter Umständen sprechen Fachpersonen bei der MMR-Impfung eine Empfehlung für Ihr Baby im Alter von 6 Monaten aus, wenn Ihr Kind ein erhöhtes Risiko für eine der Krankheiten hat. In diesem Fall empfiehlt das BAG insgesamt drei Dosen für die MMR-Impfung. Die Empfehlung lautet dann: Zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat mit der ersten Dosis impfen, die zweite im 9. und die dritte und letzte Dosis im 12. Lebensmonat. Nach der vollständigen MMR-Impfung ist keine Auffrischung mehr nötig. Sie schützt ein Leben lang. Gleiches gilt für die MMRV-Impfung.

Erfahren Sie im Video mehr über die Krankheiten Masern, Mumps und Röteln sowie über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur MMR-Impfung (siehe auch unter «Studien»).

MMR-Impfung bei Erwachsenen

Bei der MMR-Impfung gilt die Empfehlung für Babys, Kinder sowie für Erwachsene. Wenn Sie noch ungeimpft sind und nach 1963 geboren, profitieren Sie ebenfalls von der Masern-Mumps-Röteln-Impfung. Planen Sie eine Schwangerschaft, ist die Impfung gegen MMR besonders wichtig. So vermeiden Sie Komplikationen für sich und Ihr Baby, die mit Masern, Mumps und Röteln zusammenhängen. So können sich etwa Röteln auf das ungeborene Kind übertragen und zu schweren Schädigungen oder zum Tod führen. Auch Masern und Mumps erhöhen das Risiko einer Früh- oder Todgeburt.

Erwachsene zeigen nach der MMR-Impfung ähnliche milde Reaktionen wie Babys und Kinder: Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen sowie Hautausschlag. Gelegentlich treten bei Erwachsenen vorübergehende Gelenkbeschwerden auf.

Welche MMR-Impfreaktionen sind möglich?

Leichte Reaktionen nach einer MMR-Impfung sind normal. Sie sind Ausdruck davon, dass sich der Körper mit den Viren auseinandersetzt. Allfällige Symptome klingen nach einigen Tagen folgenlos ab. Typische Impfreaktionen sind etwa Rötungen, Schmerzen oder eine Schwellung an der Einstichstelle. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten (weniger als 1 pro Million). 

  • Fieber nach der MMR-Impfung: Etwa jedes zehnte Kind reagiert mit Fieber. Das Fieber tritt in der Regel 7 bis 12 Tage nach der Impfung auf und klingt nach 1 bis 2 Tagen wieder ab. Sehr hohes Fieber kann bei Kleinkindern zu Fieberkrämpfen führen. Beobachten Sie deshalb das Fieber. Wann sollten Sie zum Arzt oder zur Ärztin gehen? Wenn Ihr Kind 38,5 Grad Fieber hat, sollten Sie ihm fiebersenkende Medikamente geben. Das beugt Fieberkrämpfen vor. Bei 40 Grad Fieber nach der MMR-Impfung wenden Sie sich an Ihre Kinderarztpraxis.
  • MMR-Impfung und Hautausschlag: Etwa 14 Tage nach der MMR-Impfung tritt vielleicht ein Ausschlag auf der Haut auf. Diese «Impfmasern» sind harmlos und verschwinden nach einigen Tagen von selbst. Sie sind auch nicht ansteckend.
  • Schwellungen Speicheldrüse: Manchmal schwillt die Ohrspeicheldrüse leicht an.
  • Weniger Blutplättchen: In weniger als einem von 1000 Fällen kann durch die Impfung ein vorübergehender Mangel an Blutplättchen entstehen. Ist Ihr Kind davon betroffen, blutet es schneller.

Gut zu wissen: Nach der zweiten MMR-Impfung treten Nebenwirkungen nur noch selten auf. Die MMR-Impfung belastet weder das Immunsystem, noch erhöht es das Risiko für Krankheiten wie Autismus, entzündliche oder autoimmune Krankheiten oder Allergien.

Haben Sie diesbezüglich Fragen zur Impfung? Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Nutzen Sie auch die Informationsplattform für Impffragen Infovac.ch.

MMR-Impfung: Studien zur Wirksamkeit

Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam hat Nutzen und Risiken der MMR-Impfung zusammengefasst. Sie finden diese auch in unserem Video. Die Forschenden stellten Folgendes fest: 

  • Kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Masernvirus, würden 931 von ihnen an Masern erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 14 erkranken.
  • Kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Mumpsvirus, würden etwa 360 von ihnen an Mumps erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 50 erkranken. 
  • Kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Rötelnvirus, würden etwa 500 von ihnen an Röteln erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 35 erkranken. Schädigungen des Embryos bzw. des ungeborenen Kindes kommen bei Schwangeren, die sich ohne Impfschutz mit Röteln anstecken, deutlich häufiger vor.

 

Schützen Sie sich und Ihr Kind vor Masern, Mumps und Röteln. Weitere Informationen über die MMR-Impfung erhalten Sie bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt. Die Fachperson klärt Sie über Ablauf, Risiken und Gegenanzeigen auf – sprich, in welchen Fällen die MMR-Impfung nicht sinnvoll ist.

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